HPS verschwindet nicht – Warum „ausgereifte“ Beleuchtungstechnologien in modernen Gewächshäusern immer noch wichtig sind.
14 Jan 2026
Ushios Teilnahme an der HortiContact 26
Seit mehreren Jahren wird die Hochdruck-Natriumdampflampe (HPS) immer wieder als „auslaufende Technologie“ bezeichnet. Das Narrativ ist bekannt: LEDs gelten als moderner, effizienter und besser steuerbar – und werden daher häufig als zwangsläufiger Ersatz für klassische Entladungslampen betrachtet.
Die Realität in kommerziellen Gewächshäusern in ganz Europa zeichnet jedoch ein anderes Bild:
Als Hersteller hochwertiger HPS-Lampen verzeichnen wir weiterhin eine starke Nachfrage nach diesen Produkten. Dazu zählen sowohl 1000-W zweiseitig gesockelte HPS-Lampen für hochintensive Zusatzbelichtung als auch einseitig gesockelte Lampen (400 W, 600 W, 750 W), die nach wie vor in zahlreichen professionellen Gewächshausbetrieben in Europa eingesetzt werden. In mehreren Segmenten übertrifft die aktuelle Nachfrage sogar unsere Erwartungen.
Diese anhaltende Relevanz ist einer der Gründe, warum Ushio auch 2026 erneut auf der HortiContact vertreten sein wird – einer der führenden Fachmessen für den Gartenbau in Europa.
Systemische Betrachtung bleibt entscheidend
Auch wenn LED-Beleuchtung heute ein wichtiger Bestandteil moderner Gewächshaustechnik ist, dürfen Beleuchtungsentscheidungen nicht ausschließlich auf Effizienzkennzahlen basieren. Wissenschaftliche Studien ebenso wie praktische Erfahrungen zeigen, dass HPS-Beleuchtung weiterhin systemische Vorteile bietet – insbesondere im Gewächshausumfeld:
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Die von HPS-Lampen abgegebene Strahlungswärme trägt direkt zur Erhöhung der Blatttemperatur bei und beeinflusst damit Transpiration, Nährstoffaufnahme und Pflanzenentwicklung – insbesondere im Winter und in Gewächshäusern in nördlichen Breiten.
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Das breite Lichtspektrum mit Anteilen im roten, grün-gelben und fernroten Bereich ermöglicht eine gute Durchdringung des Pflanzenbestands und eine ausgewogene Photosynthese, ohne aufwendige spektrale Feinabstimmung.
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HPS-Systeme lassen sich nahtlos in bestehende Gewächshaus-Energiesysteme integrieren, bei denen die Abwärme der Beleuchtung Teil der Klimatisierungs- und Heizstrategie ist.
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Kulturführungen, Ertragserwartungen und Klimarezepte, die auf HPS basieren, sind etabliert, stabil, gut kalkulierbar und vielfach erprobt.
Hinzu kommen hohe Investitionskosten und lange Amortisationszeiträume, die für viele Betriebe weiterhin ein entscheidender Faktor sind. Insbesondere dort, wo bestehende HPS-Installationen zuverlässig arbeiten, ist die wirtschaftliche Rechtfertigung eines vollständigen Technologiewechsels nicht immer gegeben. Diese Realität bremst die Austauschgeschwindigkeit weiterhin – trotz verfügbarer neuer Technologien.
Differenzierung statt Polarisierung
René Polak, Vertriebsdirektor für Gartenbaubeleuchtung, betont: „Die fortgesetzte Nutzung von HPS-Beleuchtung bedeutet keine Ablehnung der LED-Technologie. Beide Systeme haben klare Stärken und Anwendungsbereiche, abhängig von der Kulturart, dem Klima und der Infrastruktur. In den vergangenen Jahren beobachten wir zunehmend hybride Beleuchtungslösungen, die HPS und LED kombinieren und es den Gärtnern ermöglichen, Effizienz und Betriebssicherheit miteinander zu verbinden.“
„Entscheidungen im Bereich der Gartenbaubeleuchtung erfordern eine sorgfältige, faktenbasierte Bewertung“, fährt er fort. „In vielen Fällen bleibt HPS eine technisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung.“
Besuchen Sie uns auf der HortiContact 26, Stand E39. Wir freuen uns darauf, mit Anbauern, Beratern und Forschern ins Gespräch zu kommen und differenzierte, leistungsorientierte Ansätze für die Gewächshausbeleuchtung zu diskutieren.